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Gutes Buch vor allem für Einsteiger
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Sachenrecht (Broschiert) Wolfs Buch ist vor allem für Einsteiger gut geeignet - sein Konzept überzeugt. Denn obwohl immer noch der Irrtum verbreitet wird, es käme in Jura darauf an, unendlich viele Fakten zu kennen und auswendig zu lernen, kommt es in erster Linie darauf an, die Prinzipien verstanden (WIRKLICH verstanden) zu haben und auf den unbekannten, den komplexen Fall anwenden zu können. Wer diese Grundprinzipien aus einem detailverliebten Wust an Fakten und Problemfällen herleiten kann und will, dem ist natürlich auch schon in Anfangssemstern am Besten die Lektüre des kompletten Staudinger oder des Heck zu empfehlen. Wer aber Systemverständnis erlangen möchte, nimmt sich am besten ein Lehrbuch vor, das die wesentlichen Zusammenhänge aufdeckt und dem Leser hilft, den Gesetzestext in seinen möglichen Auslegungen voll zu erfassen (Beispiel des § 366 HGB: Wer ihn kennt und das Prinzip verstanden hat, muss tatsächlich dazu mehr nicht wissen; seitenlange Ausführungen sind fehl am Platz - der Rest ist Einzelfallproblem der jeweiligen Klausur. Jeder Bearbeiter mit argumentativen Geschick kann aus den Grundprinzipien "Nektar saugen" = Punkte holen). Ausgerechnet im Sachenrecht ignorieren die meisten (vielleicht aus Angst vor den vermeintlich fiesen Klausurfallen oder instruiert von Panik verbreitenden Repetitoren) das perfekt ausgearbeitete Gesetz und lernen stattdessen Literaturansichten auswendig...Schade. Ich bin übrigens auch kein Anhänger der These, dass nur ein kompliziert geschriebenes Buch zum Mitdenken ermuntern (=zwingen) könnte. Im Gegenteil: je klarer und lesbarer der Stil, desto mehr können auch untere Semester mitdenken und mitreden. Und das motiviert und spornt an. Man darf eben nur nicht aufs Denken und auf den Blick ins Gesetz verzichten. Insofern passt der Stil von Wolf auch zu meiner eigenen Lernmethode, die in meinen mittlerweile zwölf Examensklausuren (erstes und zweites, versteht sich) nicht widerlegt worden ist. (Der strebsame Student kann dann, wenn er die Prinzipien verstanden hat, später seinen Horizont natürlich mit dem vorgenannten Heck oder dem Staudinger erweitern, das hat noch niemandem geschadet...solange man damit nicht anfängt, bevor man überhaupt weiß, worum es geht, denn dies birgt das Risiko, Wissen nahezu unreflektiert in der Klausur wieder "abzulassen", ohne die konkrete Fall-Lösung stringent voranzubringen - und das wird vom Korrektor abgestraft). Zu kritisieren hätte ich am Wolf - Sachenrecht nur eines: Seine Darstellung mit den Musterfällen ging mir, als ich mit ihm gearbeitet habe, zu weit. Viele allgemein sehr wichtige Aspekte werden überhaupt nur anhand kleiner Fällchen erörtert, aber nicht in ihrem grundlegenden Zusammenhang dargestellt. Das führte dann schon manchmal dazu, dass ich das Buch entnervt weg legte und dachte: Schön, das weiß ich jetzt für einen Sonderfall - aber wie ist es grundsätzlich? Denn wer das Grundsätzliche in seiner Wertung verstanden hat, findet auch für jeden Sonderfall eine adäquate Lösung. Hier wäre vielleicht noch Ergänzungsbedarf; es gibt Bücher, die Erläuterungen und Beispiele besser verbinden, aber ich will die Rezension hier nicht benutzen, um auf Alternativen hinzuweisen. Hier geht es nur um den Wolf, und der ist für Einsteiger nach meiner Ansicht gut geeignet, weil er trotzdem schon mal alles Wesentliche fallorientiert vermittelt.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 4. März 2008 |